Unsere Geschichte

Loge – Gemeinschaft, Geschichte und gelebte Werte

Unsere Loge verbindet Menschen unterschiedlicher Generationen und Lebenswege in einem Geist von Freundschaft, gegenseitigem Respekt und persönlicher Entwicklung.

Seit ihrer Gründung steht sie für die Pflege bewährter Traditionen und die Offenheit für neue Gedanken.

Die in unseren Räumen bewahrten historischen Dokumente und Symbole erinnern an die lange Geschichte unserer Gemeinschaft und an die Werte, die uns bis heute verbinden. Sie sind Ausdruck eines lebendigen Erbes, das wir mit Verantwortung bewahren und an kommende Generationen weitergeben möchten.

Unsere Zusammenkünfte bieten Raum für Austausch, Bildung und menschliche Begegnung.

Wer sich für Geschichte, Kultur und eine werteorientierte Gemeinschaft interessiert, ist herzlich eingeladen, mehr über unsere Loge zu erfahren.

Die Anfänge der Freimaurerei in Emmerich

Mit hoher Wahrscheinlichkeit lassen sich die ersten freimaurerischen Spuren in Emmerich bereits um 1758 nachweisen. Als mögliche Wegbereiter gelten Angehörige hannoverscher und braunschweigisch-lüneburgischer Truppen, die zum Schutz der Rheinbrücke in Emmerich und Rees stationiert waren.

Da sich in Hannover und im Raum Lüneburg bereits früh Logen gebildet hatten, liegt die Vermutung nahe, dass dortige Freimaurer ihre Ideen und Arbeitsweisen auch an den Niederrhein brachten. Nach damaligem Brauch wurden interessierte Bürger häufig zu Zusammenkünften eingeladen und in den Bund aufgenommen.

Zwischen Krieg und Frieden

Der Siebenjährige Krieg hinterließ Emmerich schwer gezeichnet. Zahlreiche Häuser waren zerstört oder beschädigt, die Einwohnerzahl war stark zurückgegangen.

Vor diesem Hintergrund sehen Historiker die Entstehung der Loge als Ausdruck von Hoffnung, Frieden und moralischem Neubeginn. Die Forschung von Erich Hubbertz weist auf einen Zusammenhang zwischen der Entstehung der Loge, dem Hubertusburger Frieden von 1763 und der damaligen Emmericher Kunstgenootschap hin.

Wann wurde die Loge gegründet?

Als offizielles Stiftungsdatum gilt heute der

9. Dezember 1779

Dieses Datum findet sich auf einem historischen Rednerabzeichen sowie im ersten bekannten Protokollbuch der Loge.

Die Quellenlage deutet jedoch darauf hin, dass die eigentliche Logentätigkeit bereits mehrere Jahre früher begonnen haben dürfte. Bereits 1767 ist mit Rijk van Vliet ein Freimaurer in Emmerich nachweisbar, und 1771 ist ein Schriftwechsel mit der niederländischen Großloge dokumentiert.

Zwischen den Großlogen

Die Loge stand sowohl mit niederländischen als auch mit preußischen Großlogen in Verbindung.1793 erhielt Pax Inimica Malis ein Patent der niederländischen Großloge.

Nach den preußischen Freimaureredikten wechselte die Loge 1798 zur Großen Loge Royal York zur Freundschaft und blieb dieser bis zur Zwangsauflösung durch die Nationalsozialisten verbunden.

Blücher, Borcke und bedeutende Brüder

Zu den bekanntesten Brüdern der Logengeschichte gehörte Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher, der sich um 1800 in Emmerich aufhielt und die Loge großzügig unterstützte.

Er schenkte der Loge unter anderem ein Porträt von sich selbst, Kronleuchter, Mobiliar und finanzielle Mittel zur Ausstattung des Logenhauses.

Ebenso bedeutend war Friedrich Heinrich Graf von Borcke, der als Meister vom Stuhl die Loge prägte und später zu den wichtigsten Verwaltungsreformern seiner Zeit gehörte.

Logenhäuser und Tempel

Um 1800 verfügte die Loge erstmals über ein eigenes Logenhaus in der Straße „Hinter dem Engel“. Später folgte das bekannte Logenhaus am Hottomannsdeich. Beide Gebäude prägten das freimaurerische Leben Emmerichs über viele Jahrzehnte.

Durch Verfolgung, Enteignung und Krieg ging dieses Erbe verloren.

Verbot und Enteignung

1935 wurde die Loge im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgung der Freimaurerei zur Aufgabe gezwungen.

Das Logenhaus wurde beschlagnahmt und später für einen Bruchteil seines tatsächlichen Wertes verkauft. Schließlich verschwand auch das Gebäude selbst.

Damit endete vorerst eine mehr als 170-jährige Geschichte freimaurerischer Arbeit in Emmerich.

Der Weg zurück

Nach dem Krieg bemühten sich einzelne Brüder um die Wiederherstellung der Loge und die Rückgewinnung ihres Eigentums.

1951 erfolgte zunächst die Eintragung als Verein, um überhaupt rechtsfähig handeln zu können.

Ein jahrelanges Wiedergutmachungsverfahren führte schließlich zu einer Entschädigungszahlung.

Am 27. April 1969 wurde die Loge schließlich wiederbelebt. Brüder der Duisburger Loge „Zur Deutschen Burg“ unterstützten die Wiedergründung maßgeblich.

Ein eigener Tempel in Emmerich

Unter dem damaligen Meister vom Stuhl entstand der Wunsch, die freimaurerische Arbeit wieder vollständig nach Emmerich zurückzuholen.

Durch umfangreiche Eigenleistungen entstand ein mobiler Tempel, der am 1. Dezember 1974 feierlich eingeweiht wurde. Vertreter deutscher, niederländischer und französischer Logen übermittelten Grußbotschaften zur Tempelweihe.

Die Tempelweihe war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zurück zu einem eigenständigen Logenleben in Emmerich.

Verbunden mit dem Niederrhein

Die Geschichte unserer Loge war stets eng mit der Geschichte anderer Logen am Niederrhein verbunden.

2016 unterstützten Brüder der Loge Pax Inimica Malis die Reaktivierung der historischen Loge „Zu den drei ehernen Säulen“, deren Ursprünge bis in das Jahr 1744 zurückreichen in Kleve.

Blick in die Zukunft

Im Jahr 2029 wird die Loge Pax Inimica Malis ihren 250. Stiftungstag feiern.

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