, Webredaktion

Wie wird man Freimaurer?

Was bedeutet es ein freier Mann von gutem Rufe zu sein?

Viele Menschen interessieren sich für die Freimaurerei und fragen sich, welche Voraussetzungen man erfüllen muss, um Mitglied zu werden.
 
Die Freimaurerei ist ein ethischer und philosophischer Bund, der auf der Idee der brüderlichen Liebe, der gesellschaftlichen Verantwortung und der Suche nach der Wahrheit basiert.
 
Die Mitgliedschaft in unserer Loge steht grundsätzlich jedem Mann offen, der die grundlegenden Prinzipien der Freimaurerei teilt und bereit ist, sich persönlich weiterzuentwickeln.

Die „Alten Pflichten“: Die historischen Grundlagen

Die wichtigsten Voraussetzungen sind in den sogenannten „Alten Pflichten“ verankert, einem Regelwerk, das 1723 in London von James Anderson verfasst wurde und als Grundlage der modernen Freimaurerei gilt.
Dort heißt es unter anderem, dass ein Freimaurer „ein freier Mann von gutem Rufe sein“ muss. Diese Formulierung ist der Kern der freimaurerischen Aufnahmebedingungen und hat sowohl eine historische als auch eine zeitgenössische Bedeutung.

„Ein freier Mann“ Damals und heute

 * Historische Bedeutung
Zur Zeit der Entstehung der „Alten Pflichten“ im 18. Jahrhundert war die Gesellschaft noch von strengen Hierarchien und Abhängigkeiten geprägt. „Frei“ zu sein, bedeutete damals, nicht in Sklaverei oder Leibeigenschaft zu leben. Ein Mann durfte nicht einem Herrn oder einer Institution als Besitz unterworfen sein. Er musste eigenverantwortlich über sein Leben und seine Entscheidungen bestimmen können, um sich freiwillig und ohne Zwang den freimaurerischen Idealen zu widmen.

 * Heutige Bedeutung
Heute hat diese Voraussetzung eine tiefere, metaphorische Bedeutung. „Frei“ zu sein, bedeutet, in geistiger und moralischer Hinsicht unabhängig zu sein. Es geht darum, frei von Vorurteilen, Aberglauben, Dogmen und ideologischer Verblendung zu sein. Ein Freimaurer sollte fähig sein, sich eine eigene Meinung zu bilden, kritisch zu denken und Entscheidungen aus innerer Überzeugung zu treffen, ohne von äußeren Zwängen oder Abhängigkeiten (wie Sucht oder Schulden) beherrscht zu werden.

„Von gutem Rufe“: Damals und heute

 * Historische Bedeutung
Dies bezog sich damals auf einen Mann, der in seiner Gemeinschaft als ehrlich, integer und vertrauenswürdig galt. Ein „guter Ruf“ war das Ergebnis eines rechtschaffenen Lebenswandels, frei von kriminellen Machenschaften oder unlauterem Verhalten. Es ging um moralische Integrität und die Achtung der Gesetze und Normen der Gesellschaft.

 * Heutige Bedeutung
Auch heute ist ein guter Ruf von zentraler Bedeutung. Es geht um einen respektablen, ehrbaren Lebenswandel und eine vorbildliche Einstellung. Ein Freimaurer sollte ein verantwortungsbewusster Bürger sein, der die Gesetze achtet und sich in seiner Gemeinschaft bewährt hat. Er sollte vertrauenswürdig sein und die Werte, die er in der Loge pflegt, auch in seinem täglichen Leben umsetzen. Ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis und eine nachweisbare Lebensführung sind dabei wichtige Aspekte.

Weitere Voraussetzungen

Neben den in den Alten Pflichten genannten Punkten gibt es weitere übliche Voraussetzungen:

 * Volljährigkeit
Der Bewerber muss volljährig sein (in Deutschland mindestens 18).
 
 * Die Bereitschaft zur Selbstentwicklung
Freimaurerei ist ein Weg der Selbsterkenntnis und Weiterentwicklung. Es wird erwartet, dass der Freimaurer bereit ist, an sich selbst zu arbeiten und seine „Ecken und Kanten“ abzufeilen, um ein besserer Mensch zu werden.

Wie wird man Mitglied?

Der Weg in die Loge beginnt meist mit dem persönlichen Kontakt. Interessierte werden ermutigt, sich an eine Loge in ihrer Nähe zu wenden. Nach einem ersten Kennenlernen, den Besuchen einiger Gästeabende und mehreren Gesprächen mit Brüdern der Loge kann der Bewerber einen formellen Antrag stellen. Es folgt eine Zeit der Prüfung, in der die Logenbrüder über die Aufnahme des Kandidaten entscheiden.
 
Wenn Sie sich für unsere Loge interessieren, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf: